Lustige kleine Geschichten

Geschichten über Männer, Frauen, Bekleidung und Gesetze

Wissenschaftliche Geschichten über Männer, Wissenschaftliche Geschichten über Frauen, Gesetze, die schwer nachvollziehbar sind, Lustige Geschichten über Bekleidung.

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Parohn Gott der Gerechtigkeit

Parohn war ein mächtiger Gott, der auch unter anderen Göttern hohes Ansehen genoss. Parohn war der Gott der Gerechtigkeit.

Viele Götter ließen sich in vielen Tempeln verehren, in vielen Städten, doch Parohn der Gott der Gerechtigkeit wurde nur in Araspa der großen Stadt verehrt, zwar hatte er wie alle Götter überall einen kleinen Nebentempel, aber in Araspa war er der Hauptgott, und die Arasparer waren stolz darauf Parohn den angesehenen Gott der Gerechtigkeit als Ihren Gott zu haben. Galten doch Sie als besonders gerechte Stadt.

Doch irgendwann lief was schief, die Priester von Araspa wurden gierig, und sprachen Recht in Parohns Namen, und dieses Recht hatte mit Gerechtigkeit nicht viel zu tun, viel mehr mit Geld was man den Priestern gab. Auch konnten nur die Mitglieder einiger Großfamilien Priester werden, da diese allen anderen eine Priesterweihe im Namen Parohns verweigerten.

Als Parohn hiervon erfuhr stürzte er wütend in die Stadt Araspa herunter und hielt den Leuten eine ernste und gestrenge Rede. Verzweifelt versprachen die Bewohner Besserung, und Parohn verschwand wieder für 100 Jahre in seiner göttlichen Residenz.

Nun wurden andere Priester ernannt und die Mitglieder der ehemaligen Priesterfamilien wurden aller Rechte beraubt, sie durften nicht mehr in den Tempel und mussen mehr Steuern bezahlen, außerdem hatten Sie jeden anderen Bürger freundlich zu grüßen und fanden kaum Arbeit. Niemand wollte mehr etwas mit ihnen zu tun haben. Dann begannen die Kriege. Menschen brauchen manchmal Kriege. Die Palasta glaubten nicht an Parohn, ein Verbrechen ein Grund sie zu unterwerfen und als Sklaven in die Stadt zu führen wo Sie ein erbärmliches Leben führten. Auch andere kleinere Völker die man eines Verbrechens beschuldigen konnte wurden versklavt. Man kann einem Volk immer was anhängen. So bekam Araspa viele Sklaven.

Als Parohn hiervon erfuhr stürzte er wütend in die Stadt Araspa herunter und hielt den Leuten eine ernste und gestrenge Rede. Verzweifelt versprachen die Bewohner Besserung, und Parohn verschwand wieder für 100 Jahre in seiner göttlichen Residenz.

Die Sklaven wurden freie Bürger, es wurden wieder neue Priester gesucht, und es gab einige Jahre Gerechtigkeit, aber einige waren erfolgreicher als andere und verliehen Geld, was mit Zins und Zinseszins zurückverlangt wurde. In den Verträgen stand "Im Namen Parohns des Gerechten machen wir folgendes gerechte Geschäft:". So verschuldeten sich viele und gerieten in Schuldknechtschaft.

Als Parohn hiervon erfuhr stürzte er wütend in die Stadt Araspa herunter und hielt den Leuten eine ernste und gestrenge Rede. Verzweifelt versprachen die Bewohner Besserung, und Parohn verschwand wieder für 100 Jahre in seiner göttlichen Residenz.

Wieder suchte und fand man neue Priester, doch dieses mal verlangten die Priester, dass man ständig zu Parohn betete und Ihm den 10ten aller Einnahmen gab, beziehungsweise den Priestern, für einen noch größeren Tempel. Wer einmal öffentliche das Gebet am Sonntag vergaß, nicht laut genug betete, oder falsch betete, oder angezeigt wurde irgendwann etwas abfälliges über Parohn gesagt zu haben wurde von den Priesterwachen eingefangen seines Vermögens beraubt und öffentlich hingerichtet. Nur wenige konnten ihre Unschuld beweisen. Diejenigen, die andere anzeigten und deren Schuld bezeugten bekamen die Hälfte des eingezogenen Vermögens. Einige wurden sehr reich.

Als Parohn hiervon erfuhr stürzte er wütend in die Stadt Araspa herunter und hielt den Leuten eine ernste und gestrenge Rede. Verzweifelt versprachen die Bewohner Besserung, und Parohn verschwand wieder für 100 Jahre in seiner göttlichen Residenz.

Die Priester wurden vertrieben. Diesmal überlegten die Bürger Araspas wie sie es wohl am besten anstellten, und suchten nach Familien die noch nie aufgefallen waren, also keine ehemaligen Priester, keine Nachkommen ungläubiger Palasta und anderer angeblicher Verbrecher Völker, keine Geldverleiher. Die die übrigblieben nannten sich die Noblen, die über die Parohn sich nicht aufregte. Sie verlangten und bekamen auch Steuerfreiheit. Im Laufe der Jahre bekamen die Noblen immer mehr Rechte, alleine die Drohung "Denkt an Parohns nächste Wiederkehr." wirkte fürchterlich. Sie durften vier Frauen haben, andere nur eine, Sie konnten sich jede Frau nehmen, auch von einem nicht Noblen die sie wollten, denn es war eine Ehre von einem Noblen begehrt zu werden. Nur Sie durften mit Wein Salz und Brot handeln. Auch Geldgeschäfte durften nur die Noblen machen. So wurden diese immer reicher, und verloren jeden Anstand.

Als Parohn hiervon erfuhr stürzte er wütend in die Stadt Araspa herunter, doch dieses mal in einem gewaltigen Feuerball, er schrie Ihr habt meinen Tempel nicht verdient, und zerstörte Ihn mit einem einzigem Feuerstoß, dann ließ er auch die Paläste der sogenannten Noblen in einer Feuersbrunst aufgehen. Wenige versuchten Ihn aufzuhalten, niemand betete zu Ihm, und das Feuer griff auch auf andere Gebäude über. Wütend und verzweifelt verschwand Parohn wieder in seiner göttlichen Residenz.

Es vergingen die Jahre.

Endlich nach 100 Jahren wollte Parohn doch mal wissen was so aus Araspa geworden war, und begab sich verkleidet als Reisender in die Stadt.

Es gab immer noch jede Menge Trümmer, doch dann entdeckte er eine Reisegruppe mit einer Fremdenführerin, und schloss sich heimlich der Gruppe an. Es wurden viele Trümmer besichtigt, und schließlich kam man zu seinem Tempel und er hörte die Fremdenführerin sagen: "Ja, hier sind wir also bei dem Tempel des Parohn, dem schrecklichsten Gott den es je gab. Nichts konnten die armen Bewohner von Araspa ihm recht machen, immer hatte er was auszusetzen. Einmal wollte er mehr Priester und verbot sogar die Rechtsprechung, er ließ Verbrecher frei, verbot das Geld und gerechte Geschäfte, ließ Bürger die angeblich nur mal was gesagt haben hinrichten und Ihr Vermögen einziehen, vertrieb seine eigenen Priester, die für Ihn Geld einziehen mussten, und zerstörte die Paläste der nobelsten Bürger. Und schließlich zerstörte er die Stadt völlig grundlos und vertrieb die armen Bewohner, die die Geschichten von Parohn dem Ungerechten mit in alle Welt nahmen. Es gab wohl keinen ungerechteren Gott als Parohn, möge er die Menschheit für immer in Frieden lassen."



von Helmut Lütjen
die Geschichte ist geistiges Eigentum von Helmut Lütjen

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Lustige kleine Geschichten
von Helmut Lütjen, Berlin • © Helmut Lütjen

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